Kartoffelfeuer

Ein Kartoffelfeuer ist laut Wörterbuch "ein Feuer auf dem Acker, in dem das Kraut der geernteten Kartoffeln verbrannt wird." Damit ist klar, dass so ein Feuer erst später im Jahr abgebrannt wird, wenn die Ernte eingefahren ist und der Sommer sich schon seinem Ende nähert. Aber so ein Feuer bietet natürlich auch die Möglichkeit, die geernteten Kartoffeln zu garen und gleich vor Ort zu verspeisen. Aus diesem Grund hat der Ziegelsteiner Brauchtumsverein ein solches Kartoffelfeuer auf dem Ziegelsteiner Anger erstmals veranstaltet. Denn so besteht die Möglichkeit, sich bei Kartoffeln mit Butter und Quark wieder einmal gemütlich zusammenzusetzen und sich zu unterhalten. Bei den Vorarbeiten zu unserem Kartoffelfeuer selbst sind vor allem die Kärwaburschen gefragt. Sie schaffen Holz herbei und bauen damit eine etwa 20 Meter lange Holzliege auf. Festwirt Peter Kuhn stellt uns freundlicherweise seine Biergarnituren zur Verfügung, aber das Aufstellen entlang der vorher aufgebauten Holzliege ist dann auch wieder die Arbeit der Kärwaburschen. Das wichtigste am Kartoffelfeuer sind natürlich die Kartoffeln selbst. Diese werden bei einem Knoblauchsländer Bauern vorbestellt. Dort werden sie auch gleich vorgekocht, so dass die Garzeit im Feuer selber nicht zu lange dauert. Während ein paar von den Kärwaburschen diese Kartoffeln abholt, ist der Rest damit beschäftigt, die Theke sowie Getränke und Krüge herbeizuschaffen. Auch die Abfallbehälter dürfen nicht vergessen werden. In der Zeit, in der das inzwischen entzündete Holz langsam zum Brennen anfängt, werden auf den Tischen die Zutaten zu den Kartoffeln verteilt. Einige Frauen aus dem Brauchtumsverein haben Quark angemacht, Butter zurechtgemacht. Dazu kommt das bei Kartoffeln unverzichtbare Salz. Die Kärwamadla sind derweil beschäftigt, die einzelnen Kartoffeln in Alufolie einzuwickeln. So kommen dann auch schon die ersten Gäste. Der Aufgaben des Bierausschanks und der Ausgabe der Kartoffeln ist bereits vorher eingeteilt. Nebenher muss auch noch aufgepasst werden, dass die anwesenden Kinder nicht zu nahe ans Feuer hingehen. Und auch wenn Kartoffeln mit Butter und Quark an der frischen Luft schon allein ein Genuss sind, so haben doch sehr viele der Gäste noch eigene Zutaten von Stadtwurst über Salami bis hin zum Fleisch dabei. Bei einbrechender Dunkelheit wird es dann doch ziemlich kühl und ein Großteil der Besucher geht langsam wieder nach Hause. Die Kinder sind zwar rußverschmiert und dreckig, aber doch hellauf begeistert von diesem schönen Nachmittag. Für die Veranstalter ist der Tag aber noch nicht ganz beendet. Gemeinsam mit ein paar freiwilligen Helfern aus der Besucherschar wird das Feuer gelöscht, die Biergarnituren zurück gebracht, Leergut und Krüge werden aufgehoben und zuletzt natürlich der Abfall entsorgt. Wenn dies alles erledigt ist und der Tag gelungen vergangen ist, sind alle zufrieden und manch einer freut sich schon auf das Kartoffelfeuer im nächsten Jahr.